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Fall "Peggy" : Bürgermeister und Stadtrat sprechen von Justizskandal

In einer Unterschriftenaktion werfen Lokalpolitiker und Bürger aus Lichtenberg den Beörden einseitige Ermittlungen vor. Die Bayreuther Staatsanwaltschaft weist das zurück.

LICHTENBERG. In einer Unterschriftenaktion greifen Lichtenberger Bürger massiv die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Sonderkommission "Peggy" bei der Kriminalpolizei Bayreuth an. Die Autoren beschuldigen die Ermittler im ungeklärten Kriminalfall der im Mai 2001 in Lichtenberg verschwundenen, damals neunjährigen Peggy Knobloch, Beweise zu unterdrücken und anderen berechtigten Hinweisen seit Jahren nicht nachzugehen. Die Überreste des Mädchens waren am 2. Juli 2016 in einem Waldstück beim thüringischen Rodacherbrunn, rund 20 Kilometer entfernt von Lichtenberg, gefunden worden.

Wörtlich sprechen die Autoren des Aufrufs von einem "Polizei- und Justizskandal". Unter den Unterzeichnern des Aufrufs sind etliche Stadträte und auch der Lichtenberger Bürgermeister Holger Knüppel. Er habe unterschrieben, weil auch er den Eindruck habe, dass in diesem Fall "etwas vertuscht werden sollte", sagte Knüppel am Dienstag auf Fragen unserer Zeitung. Wesentliche Ermittlungsergebnisse würden bis heute außer Acht gelassen. Der Kripo sei es damals nur darum gegangen, rasch einen Schuldigen zu präsentieren.

Im Jahr 2004 war in Hof der geistig behinderte Ulvi Kulac zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er Peggy nach Überzeugung der Richter zur Vertuschung einer vorangegangenen Sexualtat getötet haben sollte. In einem Wiederaufnahmeverfahren wurde Kulac im Mai 2014 durch das Landgericht Bayreuth freigesprochen.

Nach Überzeugung der Unterzeichner des "Hilferufs aus Lichtenberg" verfolgt auch die jetzige "Soko Peggy" wie die Vorgänger-Sokos die falschen Spuren. Aktuell würden "unbescholtene Bürger durch stundenlange Verhöre belästigt", klagte Gudrun Rödel, Betreuerin des frei gelassenen Ulvi Kulac. Dagegen würden alle Spuren, die auf eine Beteiligung von Peggys Mutter am Verschwinden des Mädchens hinwiesen, nicht verfolgt. "Dabei hat Susanne Knobloch gelogen, dass sich die Balken biegen", sagte Gudrun Rödel gestern.

Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", erklärte er für die "Soko Peggy", die noch immer 30 Fahnder umfasse. Nur würden solche Ermittlungen unverändert nicht in der Öffentlichkeit geführt.

Vor allem die Unterstützer des einst inhaftierten Ulvi Kulac sind davon überzeugt, dass im "Fall Peggy" Beweise unterdrückt werden. Sie rücken die Rolle der Mutter nach vorn.

 

Autor: Joachim Dankbar

Frankenpost

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Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Januar 2018 12:22
Michael Dobler

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